Pflanzenschutzinfo 11-2011

Der Sommer hat uns nicht unbedingt verwöhnt, jedoch konnten wir einen „goldenen Oktober“ mit angenehmen Temperaturen und viel Sonnenschein genießen. Auch wenn wir noch nicht an den Winter denken wollen, sollten wir uns dennoch darauf vorbereiten.


Herbstlaub zur Humusbildung

Langsam fallen alle Blätter. Abgefallenes Laub kann zur Abdeckung des Bodens zwischen Sträuchern oder auch auf abgeräumten Beeten genutzt werden (mit Ausnahme des Kastanienlaubes). Es hält die Bodenfeuchte und der Frost dringt nicht so tief in den Boden ein. Wo es geht, sollte es bis zum Frühjahr liegen bleiben. Oberflächlich eingearbeitet wirkt es positiv auf das Bodenleben und fördert die Humusbildung.
Rasen sollte allerdings regelmäßig abgeharkt und von immergrünen Stauden nasses Laub entfernt werden, so vermeidet man durch Luftmangel entstehende Krankheiten.


Kastanienlaub und Miniermotte

Das Laub der Kastanie sollte gesondert gesammelt und nicht selbst kompostiert werden. Eine Alternative zu den Laubsäcken der BSR, wo das Laub in Großkompostieranlagen, mit einer sehr hohen Hitzeentwicklung gelangt, sind gut verschlossene Säcke mit dem Kastanienminiermottenlaub, die bis zum nächsten Juni stehen bleiben. Die Motten schlüpfen in den Säcken, sterben ab und dann kann das Laub auf den eigenen Kompost.


Rotpustelkrankheit an Gehölzen

Die Rotpustelkrankheit äußert sich in roten, stecknadelkopfgroßen Pusteln auf der Rinde. Der Pilz ist ein Schwächeparasit, der besonders bei schlechten Standorten, falschem Schnitt oder Verletzungen auftritt. Auch Aststümpfe können als Infektionsstellen in Betracht kommen. Die Symptome sind sorgfältig abzuschneiden. Erforderliche Schnittmaßnahmen von Juli bis September durchführen. Gehölze sind in dieser Zeit am widerstandsfähigsten.


Rostrote Beläge an Bäumen

Zunehmend sind auf der Süd- oder Westseite der Stämme rostschutzfarbene Überzüge zu sehen. Verursacher sind Grünalgen, deren eingelagerter brauner Farbstoff die Oberfläche rostbraun erscheinen lässt. Erwähnenswert sind Arten der Gruppe Trentepohlia, die aus wärmeren und wintermilden Regionen bekannt sind. Die Verbreitung erfolgt ähnlich wie Pilzen über Sporen. Sie sitzen als Belag nur auf der Oberfläche und bilden keine Verbindung zum lebenden Gewebe. Eine Schädigung der betroffenen Gehölze ist nicht zu befürchten.


Blühen bis zum Frost

Gesunde Rosen können voll belaubt bis in den Winter hinein blühen. Häufig sind Rosen schon lange durch den Sternrußtau entblättert. Die Blüten sitzen dann auf einem blattlosen Stiel. Der Sternrußtau überwintert auf den abgefallenen Blättern und grünen Blattstielen, deutlich sichtbar an schwarzen Flecken auf dem grünen Holz. Werden die Blätter kontinuierlich entfernt, kann der Anfangsbefall im nächsten Jahr reduziert werden. Ein starker Rückschnitt im Frühjahr und eine optimale Düngung fördern den Austrieb und das Wachstum im kommenden Jahr.


Wühlmäuse jetzt bekämpfen

Im Herbst und auch in milden Wintern ist eine Bekämpfung von Wühlmäusen günstig. Bei trockenem Wetter können Fallen aufgestellt werden. Vor dem Aufstellen kann mittels Verwühlprobe festgestellt werden, welche Gänge bewohnt sind. Auch der Einsatz von Wühlmausködern ist möglich. Außerdem empfehlen wir, wertvolle Pflanzen (Rosen) im Wurzelbereich mit Drahtgeflecht zu umhüllen.

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